Klassenrat, Kinderparlament und Kinderbudget
Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 findet an unserer Schule einmal wöchentlich in allen Klassen der Klassenrat statt.
Schon ab dem ersten Schuljahr sollen Kinder die Möglichkeit haben, auf einfache Weise Demokratieverständnis zu erwerben und demokratische Handlungsweisen zu erproben. Dazu versammelt sich die gesamte Klasse einmal pro Woche, möglichst immer am gleichen Wochentag zur gleichen Zeit, im Sitzkreis. Der Klassenrat findet nach gemeinsam festgelegten Ritualen und Regeln statt. Die Gesprächsleitung liegt dabei in der Hand der Kinder, zwei Schülerinnen/Schüler übernehmen den Vorsitz. Im Vorfeld werden über einen Briefkasten oder Ordner Themen gesammelt, die nun zur Sprache kommen sollen. Das Gremium berät über aktuelle Wünsche, Anregungen, Ideen oder Vorhaben, die das Leben in der Klasse bzw. in der Schulgemeinschaft verbessern sollen. Auch Kritik, Probleme und Konflikte können hier thematisiert werden. Gemeinsam werden Lösungen gesucht und gefunden.
Wir haben uns für die Einführung des Klassenrates entschlossen, weil er
- das Selbstvertrauen sowie die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler stärkt,
- die Gemeinschaft fördert und zur Verbesserung des Klassenklimas beiträgt,
- den Unterricht durch den Erwerb sozialer und methodischer Kompetenzen bereichert,
- einen Beitrag zur Gewalt- und Mobbingprävention darstellt und
- demokratische Handlungskompetenzen vermittelt.
Durch den Aktionstag Kinderrechte 2014 wuchs die Idee, die Mitbestimmungsmöglichkeiten weiter auszubauen.
Seit März 2015 gibt es nun ein Kinderparlament an unserer Schule, das sich als übergreifendes Gremium aus den Klassensprecherinnen und Klassensprechern aller Jahrgangsstufen zusammensetzt und ca. einmal im Monat tagt. Hier werden die Themen aus den Klassen eingebracht, die die gesamte Schule betreffen, und mit der Schulleitung abgestimmt. Ein erstes Anliegen soll schon in die Tat umgesetzt werden: eine Regensammeltonne für den Schulgarten.
Die im Klassenrat und im Kinderparlament eingeübten Kompetenzen sind auch in den Teilrahmenplänen der Fächer Deutsch, Sachunterricht, Religion und Ethik verankert.
Neu und noch in der Erprobungsphase ist unser Kinderbudget: ein fester Geldbetrag, den die Kinder selbstständig verwalten und nach einem gemeinsamen Abstimmungsprozess für ihre Zwecke ausgeben können.
Streithelferinnen und Streithelfer
Bei Streitigkeiten, die sie nicht selbst lösen können, haben unsere Kinder besondere Ansprechpartner. Seit dem Schuljahr 2017/18 können sie sich an die speziell ausgebildeten Streithelferinnen und Streithelfer aus dem 3. und 4. Schuljahr wenden. Immer als Tandems unterwegs, helfen sie den Konfliktparteien, eine tragfähige Lösung zu finden.
Fünf Kinder nehmen jeweils am Ende der 2. Klasse an der Streithelferausbildung teil. Nach den Sommerferien sind sie dann als Drittklässler/-innen in Teams mit den Viertklasskindern im Einsatz. Unterstützung bekommen sie dabei von der Schulsozialarbeit, aber auch von den Lehrkräften. Außerdem haben sie regelmäßig die Möglichkeit, ihre Schlichtungen in der Streithelfer-AG (Leitung: Frau Pfahl) zu besprechen und zu reflektieren. So übernehmen die Kinder Verantwortung und lernen, ihre Konflikte selbstständig zu lösen - oder falls notwendig auch weitergehende Hilfe zu holen.
Als Basis nutzen wir die Präventionsarbeit mit dem effektiven Programm "Anders streiten"/ Bensberger Mediations-Modell.